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youtoo Stories zum Thema "Demenz"

23. April
/ by Daniela Malzer

Erna, 56, betreut Ihre Mutter mit Demenz:

„Früher hatte ich schon am Morgen Stress und habe meiner Mutter hastig das Frühstück serviert, bevor ich in die Arbeit gefahren bin. Heute stehe ich 10 Minuten früher auf und starte gelassen und energievoll in den Tag, weil ich meine Mutter beim Frühstück machen einbinde. Ich erkläre Mama jeden einzelnen Schritt ganz klar und in kurzen Worten – geh in die Küche, öffne dieses Kästchen, nimm 2 Tassen raus, bringe die beiden Tassen zum Tisch, stelle sie am Tisch ab, etc.“ Diese Art gemeinsam zu frühstücken dauert zwar etwas länger, aber ich habe das Gefühl, dass sich die Beweglichkeit meiner Mutter verbessert hat und sie selbst wieder mehr Freude am Leben hat. Das entlastet mich selbst sehr.“

Karin, 67, Nachbarin von Ernas Mutter:

„Erna hat mir von Ihren Erfolgen beim gemeinsamen Zubereiten des Frühstücks erzählt. Jetzt nehme ich Ernas Mutter zweimal die Woche zum Einkaufen mit, wenn ich selbst für mich einkaufe. Erna war sofort von der Idee begeistert, da Ihre Mutter auch auf diese Art in Bewegung bleibt. Nimm die Milch aus dem Regal, bück dich um die Kartoffel, rieche an den Tomaten, zeig mir welches Obst du gerne hättest – manche dieser Handlungsempfehlungen befolgt Ernas Mutter gerne, manche gar nicht. Wichtig ist mir jedoch dass ich mit dieser Art der Nachbarschaftshilfe einen kleinen Beitrag leisten kann um gemeinsam mit Erna an der körperlichen Fitness Ihrer Tochter zu arbeiten. Da das mit dem Einkaufen ganz gut funktioniert lade ich Ernas Mutter mittlerweile auch ganz gerne ein, mir bei der Gartenarbeit in meinem Garten zu helfen. Die Arbeit im Garten dauert auf diese Art zwar etwas länger, aber ich habe die Zeit und kann einen sinnvollen Beitrag für die Gesundheit von Ernas Mutter leisten!“

Lena, 15, Ernas Tochter:

„Früher hatte ich viele Konflikte mit meiner Mutter, weil ich einfach keine Zeit mit Oma verbringen wollte. Ich hab versucht mit Oma zu quatschen und das hat einfach nicht funktioniert. Das hat mich immer traurig gemacht, oder aggressiv. Als dann die Nachbarin erzählt hat, dass sie sich mit Oma auch kaum noch unterhalten kann, aber einen neuen Weg gefunden hat, mit Ihr Zeit zu verbringen, habe ich mir gedacht, dass ich das auch mal ähnlich probieren kann. Jetzt spiel ich 2-3 Mal die Woche 10 Minuten mit Oma Mensch ärgere dich nicht. Wer einen Stein des anderen rauswirft muss aufstehen oder 2 Kniebeugen machen. Jede Woche fallen mir neue Aktivitäten ein, die ich in das Brettspiel  integriere und ich habe das Gefühl gewonnen etwas wertvolles für Oma zu tun!“

Erna, 56, betreut Ihre Mutter mit Demenz:

„Unserer Nachbarin Karin macht es wirklich Spaß meine Mutter öfter mal zum Einkaufen mitzunehmen oder in die Gartenarbeit einzubinden. Die Nachbarin leistet mit diesen für mich sehr wichtigen Maßnahmen einen großen Beitrag um meine Mutter fit und beweglich zu halten. Aber sie hat durch diese regelmäßigen Begegnungen mit meiner Mutter auch den Mut gefasst, einen ganzen Tag mit Mama zu verbringen. Und ich musste Sse nicht einmal fragen. Neulich hat sie mir gesagt. Fahr am Wochenende mit deinem Mann in die Berge, das habt ihr doch früher auch so gerne gemacht. Ich pass den Tag auf deine Mutter auf. Das schenke ich dir heuer zum Geburtstag!“

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